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Hallo auf Japanisch: konnichiwa und was du wirklich sagen solltest

Die Antwort, die du erwartest, ist こんにちは (konnichiwa).

Sie ist nicht falsch. Sie ist nur seltener, als du denkst -- und wenn du sie zur falschen Zeit an der falschen Person benutzt, klingst du wie jemand, der Japanisch aus einem Anime hat.

Denn Japanisch begrüßt nicht nach Wort, sondern nach Verhältnis: Wie gut kennt ihr euch, wer steht über wem, und was ist gerade für eine Tageszeit. Die Wortwahl ist die Beziehung. Das ist der Teil, den Vokabellisten weglassen.

Die Grundlagen

Japanisch Umschrift Deutsch Wann
おはようございます ohayō gozaimasu Guten Morgen (höflich) Bis ca. 10-11 Uhr
おはよう ohayō Morgen Freunde, Familie
こんにちは konnichiwa Guten Tag Ca. 11 bis 17 Uhr
こんばんは konbanwa Guten Abend Nach Einbruch der Dunkelheit
はじめまして hajimemashite Sehr erfreut Nur beim allerersten Treffen
お元気ですか o-genki desu ka Wie geht es Ihnen? Seltener als im Deutschen
おやすみなさい oyasuminasai Gute Nacht Nur vor dem Schlafen
さようなら sayōnara Auf Wiedersehen Fast nie, siehe unten
じゃあね jā ne Tschüss Freunde
お疲れ様です otsukaresama desu (Arbeitsgruß) Sehr häufig, siehe unten

Die Falle: konnichiwa ist nicht "Hallo"

こんにちは ist ein Tagesgruß, kein Allzweck-Hallo. Du sagst es zu einem Nachbarn, einem Ladenbesitzer, jemandem, den du auf der Straße triffst -- am Nachmittag.

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Was du damit nicht machst:

  • Deine Familie oder enge Freunde begrüßen. Klingt distanziert, fast kalt.
  • Ans Telefon gehen. Da heißt es もしもし (moshi moshi).
  • Morgens jemanden grüßen. Das ist おはようございます.
  • Einen Kollegen im Büro begrüßen. Dazu gleich mehr.

Ein Japaner sagt konnichiwa deutlich seltener am Tag, als ein Deutscher "Hallo" sagt. Zwischen Menschen, die sich kennen, wird es fast nie benutzt.

Der Gruß, den keiner lehrt: otsukaresama desu

お疲れ様です (otsukaresama desu) ist wahrscheinlich der häufigste Gruß im japanischen Berufsleben, und er steht in keinem Anfängerbuch.

Wörtlich heißt es ungefähr "du bist ehrenwert müde". Praktisch bedeutet es: Ich sehe, dass du arbeitest, und ich erkenne das an.

Du sagst es, wenn du das Büro betrittst. Wenn du einen Kollegen im Flur triffst. Wenn du gehst. Nach einer Besprechung. Am Telefon zu jemandem aus der Firma. Es ist Begrüßung, Abschied, Dank und Anerkennung in einem.

Wenn du in Japan arbeiten wirst, ist dieser Satz nützlicher als konnichiwa, sayōnara und o-genki desu ka zusammen.

Sayōnara sagt fast niemand

さようなら lernst du zuerst, und du wirst es fast nie benutzen.

Es trägt ein Gewicht, das die Übersetzung "auf Wiedersehen" nicht vermittelt: eine gewisse Endgültigkeit, ein Abschied für länger. Zu einem Kollegen, den du morgen wiedersiehst, klingt es seltsam -- etwa so, als würdest du auf Deutsch "leb wohl" sagen.

Was man tatsächlich sagt:

Japanisch Umschrift Situation
またね mata ne Bis dann (Freunde)
また明日 mata ashita Bis morgen
失礼します shitsurei shimasu Wenn du als Erster gehst (förmlich)
お先に失礼します o-saki ni shitsurei shimasu "Entschuldigung, dass ich vor Ihnen gehe" (Büro)

Der letzte ist der Klassiker: Du verlässt das Büro, deine Kollegen arbeiten noch, und du entschuldigst dich buchstäblich dafür, zuerst zu gehen. Die anderen antworten mit お疲れ様でした.

Aussprache: die drei deutschen Fehler

Konnichi-wa, nicht konnichi-ha. Geschrieben wird es mit dem Zeichen は (ha), gesprochen aber wa -- ein Überbleibsel der alten Grammatik. Gleiches bei konbanwa.

Ohayō ist lang. Das ō wird gehalten: o-ha-yoo, nicht ohayo. Vokallänge unterscheidet im Japanischen Bedeutungen, das ist kein Detail.

Das u am Ende verschwindet oft. Gozaimasu klingt eher wie gozaimass. Desu wie dess. Wenn du das u ausdrückst, klingst du sofort nach Lehrbuch.

Und die gute Nachricht: Japanisch hat keine schwierigen Laute für Deutschsprachige. Fünf Vokale, keine Töne. Das Schwere am Japanischen ist die Schrift und die Grammatik, nicht der Klang.

Die Verbeugung gehört dazu

Ein Gruß ohne Verbeugung ist in Japan ein halber Gruß. Du musst es nicht perfekt machen -- als Ausländer erwartet das niemand -- aber gar nichts zu tun fällt auf.

Die Faustregel: aus der Hüfte, nicht mit dem Kopf nicken. Rücken gerade, Blick nach unten.

  • Leichte Neigung (15°): informell, Freunde, Ladenpersonal.
  • Mittlere Neigung (30°): der Standard. Kollegen, Vorstellungen, Dank.
  • Tiefe Neigung (45°): echte Entschuldigung oder großer Respekt. Brauchst du selten.

Nicht dabei: Händeschütteln. Es passiert im internationalen Kontext, aber initiiere es nicht.

Der wichtigste Satz

Nicht "Hallo". Dieser:

日本語を勉強しています (nihongo o benkyō shite imasu) Ich lerne Japanisch

In Japan ist die Wirkung besonders groß, weil so wenige Ausländer es tun. Sag ihn, und dein Gegenüber wird deutlich geduldiger.

Dazu die drei, die dich durch die erste Woche tragen:

Japanisch Umschrift Deutsch
すみません sumimasen Entschuldigung / Verzeihung / Danke
ありがとうございます arigatō gozaimasu Vielen Dank
わかりません wakarimasen Ich verstehe nicht
ゆっくり話してください yukkuri hanashite kudasai Bitte sprechen Sie langsam

すみません ist das japanische Schweizer Taschenmesser. Es heißt "Entschuldigung", "Verzeihung", "hallo, hier drüben" im Restaurant, und sogar "danke" in dem Sinn von "danke, dass Sie sich Mühe gemacht haben". Wenn du nur ein Wort lernst, lern dieses.

Wie du das zum Reflex machst

Die Tabelle zu lesen bringt dir in Tokio nichts. Die Sätze müssen ohne Nachdenken kommen.

  1. Hör und sprich sofort nach, laut, direkt hinterher. Das ist Shadowing, und im Japanischen ist es besonders wichtig für den Rhythmus: Japanisch ist eine silbenzählende Sprache, jede Silbe gleich lang. Deutscher Betonungsrhythmus klingt sofort falsch.
  2. Wähl deine fünf Sätze, nicht alle. Die aus deiner echten ersten Stunde vor Ort. Das sind Sprachinseln.
  3. Wiederhol, bis die Pause weg ist. Die Pause ist die Übersetzung im Kopf.

Genau dafür ist die Hyperpolyglot-App gebaut: Du schreibst die Sätze, die dein Leben wirklich braucht, sie kommen mit nativer Aussprache zurück, und du wiederholst sie in Schleife, bis sie automatisch sind. Verfügbar für iOS, Android und im Web.

Häufige Fehler

  1. こんにちは für alles benutzen. Es ist ein Nachmittagsgruß, kein Allzweck-Hallo.
  2. さようなら zu Kollegen sagen. Klingt nach endgültigem Abschied.
  3. Die höfliche Form weglassen. Ohayō statt ohayō gozaimasu zum Chef ist ein echter Fauxpas. Im Zweifel immer die höflichere Form -- zu höflich ist nie ein Problem, zu locker schon.
  4. こんばんは als "Gute Nacht" benutzen. Das ist おやすみなさい, und nur vor dem Schlafen.
  5. Das u am Ende ausdrücken. Desu klingt wie dess.
  6. Nicht verbeugen. Perfekt muss es nicht sein. Vorhanden schon.

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