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Hallo auf Türkisch: merhaba, selam und alle Grußformeln mit Audio

Hallo auf Türkisch heißt Merhaba, gesprochen MER-ha-ba. Es funktioniert mit jedem, zu jeder Uhrzeit, und ist nie unpassend. Unter Freunden und jüngeren Leuten hörst du stattdessen ständig Selam, gesprochen se-LAM, das lockere "hi".

Für Deutsche ist das ein besonders lohnendes Thema: Türkisch ist die zweitmeistgesprochene Sprache in Deutschland, und die paar Wörter, die du hier lernst, öffnen im Alltag mehr Türen als in jedem Urlaubsland.

Die wichtigsten türkischen Grußformeln

Türkisch Aussprache Wann du es benutzt
Merhaba MER-ha-ba Hallo, universell, jeder, jederzeit
Selam se-LAM Hi, locker, Freunde und Jüngere
Günaydın gün-aï-DIN Guten Morgen, bis mittags
İyi günler i-YI gün-LER Guten Tag, auch beim Verabschieden
İyi akşamlar i-YI ak-scham-LAR Guten Abend
İyi geceler i-YI ge-dsche-LER Gute Nacht
Nasılsın? NA-sıl-sın Wie geht's dir? (du)
Nasılsınız? NA-sıl-sı-nız Wie geht es Ihnen? (höflich/Plural)
Ne haber? ne ha-BER "Was gibt's Neues?", locker
Efendim? e-FEN-dim Hallo am Telefon, auch "wie bitte?"
Memnun oldum mem-NUN ol-DUM Freut mich
Hoş geldiniz hosch gel-di-NIZ Willkommen (sagt der Gastgeber)
Hoş bulduk hosch bul-DUK Die Antwort darauf

Das Begrüßungspaar, das kein Deutscher kennt

Das ist der wertvollste Teil dieses Artikels: Hoş geldiniz und Hoş bulduk.

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Wenn du ein türkisches Haus, einen Laden oder ein Restaurant betrittst, sagt der Gastgeber hoş geldiniz, wörtlich "schön, dass du gekommen bist". Und du musst antworten: hoş bulduk, wörtlich "schön, es vorzufinden".

Es ist ein festes Paar, wie ein Ruf und seine Erwiderung. Fast kein Deutscher kennt die Antwort, also sagen die Leute einfach teşekkürler (danke) oder nichts. Wenn du stattdessen hoş bulduk sagst, siehst du jedes Mal dasselbe: der Gastgeber hält kurz inne, lächelt und behandelt dich anders. Es ist der billigste Respektgewinn in der ganzen Sprache.

Die Du-Form ist hoş geldin / hoş bulduk.

İyi günler: Hallo und Tschüss zugleich

Ein Detail, das Deutsche verwirrt: İyi günler ("guten Tag") und İyi akşamlar ("guten Abend") funktionieren in beide Richtungen. Du sagst sie beim Kommen und beim Gehen.

Tatsächlich hörst du iyi günler öfter beim Verlassen eines Ladens als beim Betreten. Ein Verkäufer sagt es dir zum Abschied, ungefähr wie unser "schönen Tag noch". Das ist keine Ausnahme, das ist die Norm.

Günaydın dagegen ist nur eine Begrüßung, morgens. Und İyi geceler ist nur ein Abschied, nachts.

Duzen und siezen, türkisch

Türkisch hat kein "Sie" wie das Deutsche. Es hat einen Plural, der als Höflichkeit dient, genau wie das französische vous:

  • Nasılsın? mit sen (du): Freunde, Familie, Gleichaltrige, Jüngere.
  • Nasılsınız? mit siz (ihr/Sie): Fremde, Ältere, Vorgesetzte, jeder im beruflichen Kontext.

Dazu ein Wort, das du kennen solltest: Efendim. Es ist ein Universalwerkzeug. Am Telefon heißt es "hallo". Als Frage heißt es "wie bitte?". Als Antwort, wenn dich jemand ruft, heißt es "ja, bitte?". Und es ist immer höflich.

Türkisch ist außerdem großzügig mit Verwandtschaftswörtern unter Fremden: abi (großer Bruder) zu einem etwas älteren Mann, abla (große Schwester) zu einer Frau, amca (Onkel) zu einem alten Mann. Das ist völlig normal und sehr warm. Ein Taxifahrer wird dich abi nennen, ohne dich zu kennen.

Aussprache: was die Schrift verschweigt

Gute Nachricht zuerst: Türkisch schreibt sich, wie es klingt. Atatürk führte 1928 das lateinische Alphabet ein und baute es bewusst phonetisch. Jeder Buchstabe hat genau einen Laut, es gibt keine stummen Buchstaben. Wenn du die 29 Buchstaben kennst, kannst du jedes türkische Wort korrekt lesen. Das ist mehr, als man vom Deutschen sagen kann.

Die Buchstaben, die du extra lernen musst:

  • ı (i ohne Punkt): ein dumpfer Laut, ungefähr wie das unbetonte "e" in "Rose", aber weiter hinten. In Nasılsın. Nicht dasselbe wie i.
  • ü und ö: exakt wie im Deutschen. Dein Heimvorteil. Günaydın, gözlük.
  • c: wie das englische "j" in "jam". Cam klingt wie "djam".
  • ç: wie "tsch". Çay (Tee) ist "tschai".
  • ş: wie "sch". Şeker ist "schekker".
  • ğ (yumuşak ge, weiches g): wird nicht gesprochen. Es dehnt nur den Vokal davor. Dağ (Berg) ist "daa".

Und die Betonung liegt meistens auf der letzten Silbe: mer-ha-BA, se-LAM, gü-nay-DIN. Deutsche betonen instinktiv vorne, und genau das verrät den Akzent.

Genau hier hören geschriebene Guides auf. Das ı hat keine deutsche Entsprechung, und keine Umschrift bringt es dir bei, weil dein Gehirn keinen Platz dafür hat und es still als "i" ablegt. Der einzige Weg: einen Muttersprachler den ganzen Satz sagen hören, ihn laut nachsprechen, mehrmals, bis dein Mund aufhört sich zu wehren. Diese Hör-und-Nachsprech-Schleife heißt Shadowing, und sie ist der schnellste Weg, einen Satz, den du erkennst, in einen zu verwandeln, den du unter Druck produzieren kannst. Genau so behandelt die Hyperpolyglot-App jeden Satz: echte Sätze, echtes Audio, in Schleife, bis es automatisch kommt. Verfügbar für iOS, Android und Web.

Die Vokalharmonie: warum die Endungen wechseln

Dir ist vielleicht aufgefallen: iyi günler aber iyi akşamlar. Nasılsın aber Nasılsınız. Das ist kein Zufall, das ist das Herz des Türkischen.

Die Endungen passen sich an die Vokale des Wortstamms an. Enthält das Wort helle Vokale (e, i, ö, ü), wird die Endung hell: -ler. Enthält es dunkle Vokale (a, ı, o, u), wird sie dunkel: -lar.

  • gün (Tag) hat ein ü, also günler.
  • akşam (Abend) hat ein a, also akşamlar.

Du musst das jetzt nicht beherrschen. Aber sobald du es einmal gesehen hast, hören die türkischen Endungen auf, willkürlich zu wirken, und das ist der Moment, in dem die Sprache anfängt Sinn zu ergeben.

Häufige Fehler

  1. Nicht auf hoş geldiniz antworten. Die Antwort ist hoş bulduk. Fast kein Deutscher weiß das, und es fällt sofort positiv auf.
  2. İyi geceler zur Begrüßung sagen. Das ist nur ein Abschied. Um 21 Uhr sagst du iyi akşamlar.
  3. ı wie i aussprechen. Nasılsın hat kein einziges "i" wie in "mit". Es sind alles dumpfe ı.
  4. Das ğ aussprechen. Es ist stumm und dehnt nur.
  5. Vorne betonen. Türkisch betont hinten: mer-ha-BA.
  6. Selam zu einem älteren Fremden. Nicht schlimm, aber merhaba ist die sichere Wahl.
  7. Efendim unterschätzen. Es löst Telefon, Nachfragen und Antworten auf einmal.

Bonus: Tschüss auf Türkisch

Türkisch hat hier eine Eigenheit, die es sonst kaum gibt: wer geht und wer bleibt, sagt etwas anderes.

  • Hoşça kal (hoschtscha KAL), "bleib wohl": sagt derjenige, der geht.
  • Güle güle (gü-LE gü-LE), "geh lachend": sagt derjenige, der bleibt.

Das ist genau wie im Koreanischen, und Deutsche verwechseln es ständig. Wenn du aus einem Laden gehst, sagst du hoşça kal, und der Verkäufer antwortet güle güle. Sag güle güle beim Hinausgehen und du hast im Grunde dir selbst nachgewunken.

Dazu: Görüşürüz (gö-rü-schü-RÜZ), "wir sehen uns", der lockere Standard unter Freunden, und İyi günler, das auch hier funktioniert.

Lern merhaba, selam, günaydın und vor allem das Paar hoş geldiniz / hoş bulduk. Übe sie mit echtem Audio, bis sie Reflexe statt Übersetzungen sind, und du wirst überrascht sein, wie viel Wärme vier Wörter freisetzen können.

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